Der Ingolstädter Maler und „Philosoph der Farben“ Alois Schölß (1905-1986) würde dieses Jahr 120 Jahre alt. Sein künstlerisches Wirken hat die Ingolstädter Kulturlandschaft über viele Jahre geprägt. Anläßlich des diesjährigen Jubiläums konzipieren seine kunstschaf­fenden Familienmitglieder und Nachfahren eine gemeinsame Ausstellung, die erstmals das farbig-konkrete Werk von Alois Schölß in den Mittelpunkt stellt und damit einen in­teressanten Einblick in die Farblehre und die zu Grunde liegenden Erkenntnisse gewährt.
Sie erweitern die Werkschau um eigene Arbeiten, die sie in Bezug zum farbgeome­trischen Lebenswerk von Alois Schölß setzen. Zu diesem ungewöhnlichen Ausstellungs­projekt entwickeln die einzelnen Künstler:innen der Familie eine interdisziplinäre Spuren­suche, zeigen Neuinterpretationen auf und finden damit persönliche Antworten auf Alois.

Alois Schölß – Farbgeometrie
Michael Schölß – Malerei
Barbara Schölß – Malerei und Objekt
Juliane Schölß – Silberschmieden und Schmuck
Anna Schölß – Malerei und Installation
Sebastian Schölß – Mediendesign

 

Vernissage: Samstag, 14. Juni 2025, 11.30 Uhr

Begrüßung: Erich Hofgärtner

Einführung: Michael Schölß, Dr. Isabella Kreim,
Wolfgang Lösche

Musik: Evi Weichenrieder, Cembalo · Tea for Three

 

Künstler:innengespräch und Führung:
Sonntag, 13. Juli 2025, 14 Uhr
Moderation: Julie Metzdorf

 

Pressetext zum Download
Einladungskarte zum Download

Öffnungszeiten: jeweils Sonntag, 14.00 - 17.00 Uhr
und nach Vereinbarung

15./22./29. Juni 2025
6./13./20./27. Juli 2025

 

Finissage mit Katalogpräsentation:
Samstag, 02. August, ab 14.00 Uhr
19.00 Uhr, Cembalokonzert mit Dr. Franz Hauk
Rezitation: Gudrun Skupin, BR

 

Weitere Informationen zum Ausstellungsprogramm:
www.schoelss.com
Instagram: @AntwortenAufAlois

 

Förderverein
Gempfinger Pfarrhof e.V.
86641 Gempfing
09090-1346
michael.hofgaertner@t-online.de
www.gempfingerpfarrhof.de

Familie Schölß

We love art

Der Ingolstädter Maler und „Philosoph der Farben“ Alois Schölß (1905-1986) wäre dieses Jahr 120 Jahre alt geworden. Sein künstlerisches Wirken hat die Ingolstädter Kulturlandschaft über viele Jahre geprägt und wirkt über die folgenden Generationen der Familie weiter, die wiederum selbst in ihren künstlerischen Fachbereichen professionell tätig sind. Anlässlich des diesjährigen Jubiläums des Malers konzipiert die Familie eine gemeinsame Ausstellung, die erstmals sein farbig-konkretes Werk in den Mittelpunkt stellt und damit einen interessanten Einblick in die Farblehre von Alois Schölß und die zu Grunde liegenden Erkenntnisse gewährt.

Barbara, Juliane, Anna, Michael Schölß im Atelier – Foto Ulrike Myrzik

Alois Schölß

1905-1986

1905 in Ingolstadt geboren, studiert nach dem Abitur bis 1929 an der Kunstakademie München Malerei bei Prof. Hermann Groeber und Prof. Karl Caspar. Anschließend arbeitet er als freier Maler in Ingolstadt und beginnt gleichzeitig intensiv mit seinen philosophisch-geometrischen Studien, wobei hier schon deutlich wird, dass Malerei und Geometrie sein künstlerisches Schaffen bestimmen werden. Auf dieser Basis entstehen in den 30er Jahren Bilder, die stark expressionistische Züge tragen, aber zugleich gilt sein Interesse den Farbphänomenen und Farbordnungen des Bauhauses. Auf Grund der politischen Situation ab 1937 ist Alois Schölß gezwungen, sein Arbeitsfeld isoliert vom Kunstbetrieb weiter zu verfolgen. Nach dem Krieg, insbesondere im Verlauf der 70er und 80er Jahre erweiterte Alois Schölß sein Arbeitsfeld intensiver hin zu einer geometrisch angelegten Bildsprache und variiert sie in Form und Farbigkeit bis zu kristallin erscheinenden Strukturen. Auch in dem großen Wandbild, das Alois Schölß 1970 in Ingolstadt für einen Kunst am Bau-Auftrag geschaffen hat, erzielt er durch seine spezielle Farbwahl und die dynamische Komposition eine verblüffende Wirkung für das Auge. In dieser abstrakten Darstellung schafft er ein einzigartiges Werk, das als erstes großformatiges Bild im Sinne der konkreten Kunst in Ingolstadt gesehen werden kann. Im letzten Lebensjahr von Alois Schölß, 1986, erfährt sein Werk eine besondere Würdigung durch den letzten Bauhausmeister Prof. Georg Muche, der es zur Einordnung in seinen Nachlaß für das Bauhaus-Museum in Berlin vorschlägt. Eine Umsetzung kommt leider nicht zustande, da beide Künstler kurz aufeinanderfolgend versterben.

Michael Schölß

Malerei

Sohn - Bildender Künstler, Dozent und Kunstpädagoge geboren 1947 in Ingolstadt, studiert Malerei an der Akademie in München bei Prof. Josef Oberberger und Prof. Jürgen Reipka. Neben der früheren Tätigkeit als Kunstpädagoge und Dozent liegt sein malerisches Interessensgebiet besonders im Themenbereich Landschaft, die er in dynamischen Kompositionen abstrahiert und in betont rhythmische Bildgefüge umsetzt. Landschaft dient ihm als wichtige Inspirationsquelle für seine experimentellen Arbeiten.
Die raumbildenden Kräfte, die in den Farbsystemen von Alois Schölß eine große Rolle spielen, hat Michael Schölß in vielen Malprozessen und in engem Kontakt mit dem Vater studiert und auf dieser Basis formuliert er zu dessen Werk seine bildnerischen Antworten.

Barbara Schölß

Malerei und Objekt

Schwiegertochter - Bildende Künstlerin, Dozentin und Kunstpädagogin geboren 1949, hat sich nach ihrem Studium der Malerei an der Münchner Kunstakademie bei Prof. Josef Oberberger und bei Prof. Erich Koch später immer tiefer auf Proportionslehren und harmonikale Gesetzmäßigkeiten in ihrer Arbeit konzentriert. Dabei stand sie in vielen Gesprächen in engem Kontakt mit ihrem Schwiegervater Alois Schölß.

Ihre Bildkompositionen beruhen häufig auf harmonikalen Ordnungen, erscheinen oft als Bild gewordene Klänge, denen eine subtile Farbgebung zu Grunde liegt. Sie entwickelt als Antwort in diesem Projekt geometrische Strukturen eines vorliegenden Werkes in eigene malerische Kompositionen frei weiter.

Juliane Schölß

Silberschmieden und Schmuck

Enkelin - Silberschmiedin und freischaffende Künstlerin geboren 1977, studiert nach ihrer Ausbildung und Meisterprüfung von 2004 - 2010 an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg, ab 2009 als Meisterschülerin. Seit 2010 betreibt sie ein eigenes Atelier in Nürnberg. Neben ihren freien künstlerischen Arbeiten wird sie regelmäßig im Bereich der sakralen Kunst beauftragt.
Ihre Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet, zuletzt 2024 mit dem Kunstpreis der Evangelischen Landeskirche in Bayern. Das Gebot der Klarheit im strengen Sinn ist kennzeichnend für das künstlerische Schaffen von Juliane Schölß. Symbolische, emotionale und analytische Formensprache führt sie auf souveräne Weise zusammen. Diese Aspekte ihrer dreidimensionalen Formensprache stellt sie der zweidimensionalen ihres Großvaters gegenüber, arbeitet Gemeinsamkeiten heraus und entwickelt diese weiter.

Anna Schölß

Malerei und Rauminstallation

Enkelin - Bildende Künstlerin und Kuratorin geboren 1983, lebt und arbeitet in Kochel am See. Anna Schölß ist Bildende Künstlerin und Kuratorin und arbeitet im Spannungsfeld zwischen abstrakter Malerei und Raum.
Seit 2024 entwickelt sie im Rahmen des Stipendiums für Chancengleichheit für Frauen in Wissenschaft und Lehre einen umfangreichen Arbeitszyklus mit dem Titel „Das Vermächtnis- die DNA des Prismas“. Darin untersucht sie ihre Faszination für die kristallinen Farbstudien und die Forschung nach universellen Gesetzmäßigkeiten des Großvaters und wie diese auf ihr Schaffen Einfluss nehmen. Zudem wirft sie einen feministischen Blick auf tradierte Künstler:innen-Rollen. In der Ausstellung zeigt sie eine  Rauminstallation, ein „Erinnerungsgewebe“ aus Malerei, Texten und transformierten Wäschespinnen.

Sebastian Schölß

Mediendesign

Enkel - Environmental Graphic Designer (EGD) geboren 1978, hat nach seinem israelischen Auslandszivildienst Commercial Photography in Seattle, USA, studiert. Anschließend absolvierte er seinen Bachelor of Art in Design an der Western Washington University, Bellingham, USA. Seit Beginn seiner Tätigkeit ist er am dreidimensionalen Aspekt von Design interessiert und hat seitdem als Environmental Graphic Designer in Deutschland, Canada und den USA gearbeitet. In den vergangenen 20 Jahren ist sein Arbeitsbereich von der Grundidee geprägt: „Passende und schöne Design-Lösungen zu schaffen, die den Menschen helfen, ihren Weg zu finden“.
Sebastian hat sich beruflich nie als Künstler verstanden. An der Bildsprache seines Großvaters Alois Schölß interessiert es ihn besonders, das Abstrakte und Geometrische ganzheitlich zu betrachten und zu ergründen, wie es sich im digitalen Bereich optisch verändert und sich damit auch für ihn neue Wege und Kreise erschließen.

Ausstellung

21. Silbertriennale International 2025

Juliane Schölß

Seit 1965 richten die Gesellschaft für Goldschmiedekunst e.V. und das Deutsche Goldschmiedehaus Hanau die Silbertriennale International zur Förderung der zeitgenössischen Silberschmiedekunst aus. Der Wettbewerb fördert neue Gestaltungsideen für Silbergerät und Objekte. Durch die Präsentationen im In- und Ausland ist die Silbertriennale zu einer weltweit anerkannten Ausstellungsreihe geworden. (Text aus Gesellschaft für Goldschmiedekunst e.V.)

30. März 2025 - 15. Juni 2026
Deutsches Goldschmiedehaus Hanau
 

Dienstag bis Sonntag / Tuesday through Sunday
11:00 - 17:00 Uhr
Montag geschlossen / Closed on Mondays

Antworten Auf Alois

Michael Schölß Barbara Schölß Juliane Schölß Anna Schölß Sebastian Schölß

FINISSAGE

 

Samstag, 02. August ab 14.00

 

15.00: Katalogpräsentation mit einem Glas Sekt

15.30 - 17.00:   Führung durch die Ausstellung

17.00 - 18.30:  Artist Talk mit den Künstler*innen in ihren Ausstellungsräumen

19.00:  Konzert, Cembalo und Orgel, mit Dr. Franz Hauk

Rezitation Gudrun Skupin, BR

Danach: Abendessen im Pfarrhof

Gefäße aus Metall

Juliane Schölß

Galerie Rosemarie Jäger

21.09. – 12.10.2025
 

Barbara Amstutz  Giampaolo  Babetto  Otto Baier   Rudolf Bott Antje Dienstbir Anne Fischer Koji Hatakeyama   Simone ten Hompel   Boyung Koh   Beate Leonards   Paul Müller   Juliane Schölß  Jakyung Shin  Yegyu Shin Laurenz Stockner   Christoph Weißhaar

Eröffnung am Sonntag, 21. September 2025 

11 – 15 Uhr

Es spricht Julie Metzdorf, München

Öffnungszeiten: Sa/ So 11 – 15 Uhr

oder nach Vereinbarung

Foto Ulrike Myrzik

Kontakt

Michael Schölß
Email: michael(at)schoelss.com

 

Barbara Schölß
Email: barbara(at)schoelss.com

 

Unterer Grasweg 89
85055 Ingolstadt
Website: www.schoelss.com